Bun­des­re­gie­rung ge­fähr­det Ver­sor­gung Kran­ker

Die Bun­des­re­gie­rung leg­te am 05.03.2015 dem Bun­des­tag das GKV Ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz (GKV VSG) vor. Mit die­sem Ge­setz sol­len u. a. Ret­tungs­dienst­leis­tun­gen er­heb­li­ch ver­schlech­tert wer­den. Nach­dem letzt­li­ch das Bun­des­so­zi­al­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen hat­te, dass Kran­ken­trans­por­te aus An­lass am­bu­lan­ter Be­hand­lung kei­ner Vor­ab­ge­neh­mi­gung der Kran­ken­kas­sen be­dür­fen, soll jetzt in dem da­für ein­schlä­gi­gen § 60 SGB V ein Satz ein­ge­fügt wer­den, mit dem die­se Ret­tungs­dienst­leis­tung un­ter dem Vor­be­halt der vor­he­ri­gen Ge­neh­mi­gung der Kran­ken­kas­se ge­stellt wird. Wer die Bun­des­re­gie­rung zu die­sem er­neu­ten Ein­schnitt in die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung an­ge­lei­tet hat, lässt si­ch er­ah­nen. Fakt ist, dass die Bun­des­re­gie­rung die­se Än­de­rung mit ei­ner Falsch­aus­sa­ge be­grün­det. Die Bun­des­re­gie­rung be­haup­tet, dass be­reits seit dem GMG mit Wir­kung ab dem 01.01.2004, auch für den Kran­ken­trans­port die Vor­ab­ge­neh­mi­gung ein­zu­ho­len ge­we­sen sei. Die­se Be­haup­tung ist vor­sätz­li­ch fal­sch. In der Be­grün­dung zum GMG heißt es zur Ein­füh­rung der Vor­ab­ge­neh­mi­gungs­re­ge­lung, dass sie da­zu die­ne, den Miss­brauch von Taxi- und Miet­wa­gen­fahr­ten ein­zu­däm­men.

Dass ge­ra­de die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen mit ei­ner sol­chen Ver­ant­wor­tung für die Ver­si­cher­ten nicht gut um­ge­hen, be­wei­sen sie be­reits seit vie­len Jah­ren. So wer­den seit die­ser Zeit z.B. et­li­che Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten von So­zi­al­ver­si­che­rungs­fach­an­ge­stell­ten, trotz ärzt­li­ch ver­ord­ne­ter KTW Leis­tung, in bil­li­ge Miet­wa­gen um­ge­steu­ert. Bis zur höchst­rich­ter­li­chen Ent­schei­dung durch das Bun­des­so­zi­al­ge­richt blie­ben un­end­li­ch vie­le Kran­ke auf den Kos­ten auch selbst sit­zen, wenn die Kran­ken­kas­se ei­ne sol­che Ge­neh­mi­gung nicht recht­zei­tig er­stellt hat oder gar gänz­li­ch, trotz ärzt­li­cher Ver­ord­nung, ab­lehn­te.

Ein sol­ches Ge­setz als GKV Ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz zu be­zeich­nen ist blan­ker Hohn, denn künf­tig wer­den nicht nur wie­der un­zäh­li­ge Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten auf der Stre­cke blei­ben, auch ge­fähr­det die­ses Ge­setz vie­ler­orts die Fi­nan­zie­rung des Ge­samt­sys­tems Ret­tungs­dienst, was letzt­li­ch da­für sor­gen wird, dass die­se Leis­tun­gen un­nö­tig teu­rer wer­den.

 

 

 

 

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