Lie­ge­miet­wa­gen und das Ver­sa­gen der Be­hör­den..

Vie­les ist von pri­va­ten Ret­tungs­diens­ten schon zur The­ma­tik Lie­ge­miet­wa­gen oder Tra­ge­stuhl­wa­gen in­iti­iert oder ge­schrie­ben wor­den. Brie­fe z. B. an Ge­neh­mi­gungs­be­hör­den, Zu­las­sungs­stel­len, Ab­ge­ord­ne­te und Tech­ni­sche Über­wa­chungs­ver­ei­ne (TÜV o. DEKRA). Al­le­samt mit War­nun­gen und recht­li­chen Hin­wei­sen dar­auf, dass die­se Fahr­zeu­ge nach gel­ten­dem Recht nicht zu­las­sungs­fä­hig, ja so­gar ge­fähr­li­ch sind. Doch nie­mand trau­te si­ch so rich­tig an das The­ma ran. Die ei­ne Be­hör­de ver­weist auf die nächs­te.  Und wäh­rend si­ch gleich­zei­tig man­ch AOK da­mit brüs­tet,  Er­fin­der die­ser Fahr­zeu­ge zu sein, schau­en die pri­va­ten Ret­tungs­diens­te be­sorgt dar­auf, wie Pa­ti­en­ten in die­sen „Pla­ce­bos­fahr­zeu­gen” ver­letzt wer­den oder gar ster­ben.

Bis­lang hat­ten we­der To­te und Ver­letz­te no­ch tech­ni­sche und  ju­ris­ti­sche Gut­ach­ten (wel­che al­le be­le­gen, dass es die­se Fahr­zeu­ge gar nicht ge­ben dürf­te), et­was bei den Be­hör­den  be­we­gen kön­nen. Nun sor­gen pri­va­te Un­ter­neh­men mit er­folg­rei­chen Wett­be­werbs­kla­gen da­für, dass die ein oder an­de­re Be­hör­de si­ch ver­an­lasst sieht, für ei­ne kla­re Ab­gren­zung zwi­schen ein­fa­chen Kran­ken­fahr­ten nach dem PBefG und qua­li­fi­zier­ten Kran­ken­trans­por­ten nach dem je­wei­li­gen Ret­tungs­dienst­ge­setz (RDG) zu sor­gen. Ein Ur­teil ist hier si­cher von be­son­de­rer Be­deu­tung, das Ur­teil des OLG Hamm 1-4 U 186-10. Was vie­le von uns be­reits lan­ge wuss­ten, ge­lang hier auch dem Ge­richt klar zu ma­chen. Un­ter Zu­hil­fe­nah­me des Gut­ach­ten von Dr. Gor­gaß wur­de ein­deu­tig klar ge­stellt, dass je­der Hand­griff am Pa­ti­en­ten, der über ei­ne ein­fa­che Hil­fe­stel­lung (z. B. das rei­chen der Hand) hin­aus­geht, un­ter die medizinisch-fachliche Be­treu­ung fällt. Die ers­ten Re­ak­tio­nen sind nun­mehr z. B. in den Auf­la­gen der Stadt Bie­le­feld oder di­rekt in ei­ner Ge­neh­mi­gung für Miet­wa­gen der Stadt Duis­burg zu fin­den. Nach vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen soll in­zwi­schen auch in Bay­ern und Ber­lin an ei­ner kla­ren Ab­gren­zung bei­der Ver­kehrs­ar­ten ge­ar­bei­tet wer­den.

Be­reits im Jah­re 2007 warn­te  die Son­der­aus­ga­be akut-DAS GESUNDHEITSMAGAZIN vor die­sen „Schrau­ber­kar­ren”.

In die­sen Fahr­zeu­gen ha­ben Kran­ke und Hilfs­be­dürf­ti­ge nichts zu su­chen!

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5 Antworten auf Lie­ge­miet­wa­gen und das Ver­sa­gen der Be­hör­den..

  1. Heiko Schlote sagt:

    Jetzt kommt end­li­ch et­was Schwung in die Sa­che mit die­sen Mist­kis­ten. 🙂

  2. Heiko Schlote sagt:

    Mal se­hen was wir hier bei uns in NDS da­mit bei den Be­hör­den be­wir­ken kön­nen !!!!!

  3. Krankentransport Haeberer sagt:

    Hier in Berlin…Berlin war lan­ge „Vor­zei­ge­land“ …hat si­ch der Ver­kehr mit SMW, ins­be­son­de­re der TSW, als ein gän­gi­ges Trans­port­mit­tel ein­ge­brannt.
    Lan­ge wur­den, mit Ein­be­zie­hung der an­bie­ten­den Un­ter­neh­mer, re­gel­rech­ter Miss­brauch mit den Fahr­zeu­gen ver­an­stal­tet. Und selbst nach, die­sem bahn­bre­chen­den „Ham­mer Ur­teil“, ist der Miss­brauch, sei­tens ein­zel­ner Un­ter­neh­men, im­mer no­ch zu be­ob­ach­ten. Den Rest er­le­digt gern no­ch die AOK Nord­ost, weil sie die­ses Fahr­zeug im­mer no­ch als ein „Pseudo- Kran­ken­wa­gen“ pro­pa­gie­ren. Es ist ein Kampf, wie zwi­schen „Da­vid und Go­li­a­th“.
    Un­ser Un­ter­neh­men bie­tet die­se TSW- Leis­tun­gen (im Nach­hin­ein, lei­der) auch an. Al­ler­dings hat un­ser Un­ter­neh­men von An­fang an, die­se Leis­tun­gen streng nach den Wei­sun­gen, den RL und Ge­set­zen angeboten…mussten wir auch, weil un­ser Sys­tem nichts an­de­res zu­lässt.
    Es war und ist schwer, in An­be­tracht der, hier in Ber­lin, herr­schen­den Um­stän­den, ge­gen­über un­se­ren Auf­trag­ge­bern ver­nünf­tig zu ar­gu­men­tie­ren. Re­gel­mä­ßig in­for­mie­ren wir, mit un­se­rer In­ter­net­sei­te, mit Rund­schrei­ben und Fly­ern un­se­re Auf­trag­ge­ber. Und re­gel­mä­ßig, ha­ben wir per­sön­li­chen Kon­takt mit un­se­ren „schwar­zen Schäf­chen“, de­ren Re­ak­tio­nen sind no­ch heu­te, trotz un­se­rer In­for­ma­tio­nen und dem be­leg­ten „Ge­gen­wis­sen“, aus un­se­rem Un­ter­neh­men im­mer die­sel­ben.
    Ein Ver­trags­arzt brach­te die Si­tua­ti­on auf dem Punkt. Sie ar­gu­men­tier­te die Si­tua­ti­on wie folgt:
    „…Sie ha­ben recht, mit al­le­dem was sie er­zäh­len und wir wis­sen es, dass wir uns über gel­ten­des Recht hin­weg­set­zen. Nur, wir hat­ten, auch auf­grund KTW Ver­ord­nun­gen, ei­ne Wirt­schaf­lich­keits­prü­fung der AOK Nord­ost, des­sen Er­geb­nis war, ei­nen nicht un­er­heb­li­chen Re­gress­be­trag an sie zu­rück­zu­zah­len. Der Be­trag war so ein­schnei­dend, dass wir un­se­ren Pra­xis­be­trieb auf die Hälf­te re­du­zie­ren muss­ten.
    Kur­zum, die AOK ist un­ser Geld­ge­ber und nun sa­gen sie, wie wür­den sie ver­fah­ren?
    So­lan­ge sie mir nichts Kon­kre­tes vor­wei­sen kön­nen, was be­legt, dass die AOK kei­ne Hand­ha­be da­ge­gen hat, ver­ord­nen wir nur TSW, wie von der AOK ver­langt!
    Und wenn sie die­se Fahr­ten nicht mehr aus­füh­ren wol­len, tun es an­de­re Fir­men, die da­zu be­reit sind.“
    Wir hof­fen nur, dass es nicht mal wie­der, nur ein „klei­nes Feu­er­chen“, wie so oft, war und si­ch auch hier in Ber­lin, schnell was Ent­schei­den­des tut!

  4. Mika sagt:

    Tol­ler Bei­trag. Kann nicht scha­den, si­ch mit der The­ma­tik ge­nau­er zu be­fas­sen. Wer­de ge­wiss auch die nächs­ten Bei­trae­ge le­sen.

  5. Heiko Schlote sagt:

    Wenn ich se­he das hier bei uns die Lie­ge­miet­wa­gen Trans­por­te durch­füh­ren ob­wohl sie ei­nen Trans­port­schein ha­ben der ei­nen KTW for­dert, dann müss­te doch der BKS mal ge­gen die KK im In­ter­es­se sei­ner Mit­glie­der ge­gen die Ab­rech­nung sol­cher Trans­por­te vorm So­zi­al­ge­richt kla­gen.

    Es kann nicht sein das im­mer wie­der je­der ein­zel­ne Un­ter­neh­mer ei­ne Kla­ge ein­rei­chen muss son­dern hier ist der BKS als Ver­band der Un­ter­neh­mer mal auf­ge­for­dert.

    Wür­de mi­ch über Re­ak­tio­nen zu die­sem Bei­trag freu­en.